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Tiroler Wirtschaft vom 13.08.2009

Wohnen  ohne Heiz- und Stromkosten!

 

Wohnen ohne Heiz- und Stromkosten ist keine Utopie mehr. In Kramsach fand nun der

Spatenstich zu Österreichs erstem Modellprojekt einer energie-neutralen Aktivhaus Wohnanlage statt. Zählen wird diese bei einem Investiotionsvolumen von zehn Millionen 

Euro 45 Wohneinheiten. Die Anlage erwirtschaftet ihre eigenen Heiz- und Stromkosten 

und entlastet daher sowohl ihre Bewohner, als auch die Umwelt. Zum Einsatz kommen 

dafür unter anderem Erdwärme, Wärmepumpen sowie eine Photovoltaikanlage.



Bezirksblatt vom 12.08.09

Wohnen ganz ohne Heinz und Stromkosten ist keine Utopie mehr!

In Kramsach wird dieser Traum zu Wirklichkeit! Vergangenen Donnerstag wurde der Spatenstich für Österreichs erstes Modellprojekt einer energieneutralen Aktivhaus-

Wohnanlage mit 45 Einheiten und einem Investitionsvolumen von 10 Millionen Euro

vorgenommen. Zum Spaten griffen BM Manfred Stöger, LHStv. Anton Steixner, LHStv.

Hannes Gschwentner, Univ. Prof. Dr. Wolfgang Feist, Bauherr Martin Partoll, KR Toni

Rieder.



Pressekonferenz

Mit Hilfe von 1 Mio. Euro aus dem Förderprogramm NEUE ENERGIEN 2020 des Klima- und Energiefonds entsteht mit der "Aktivhausanlage Kramsach" das Österreich weit einzigartige Demonstrationsprojekt einer energie"autarken" Wohnanlage mit 45 Wohneinheiten.

 

Wissenschaftlich begleitet wird dieses Projekt von der Universität Innsbruck unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Wolfgang Feist. Wegbereiter der Kooperation ist der Cluster Erneuerbare Energien Tirol der Tiroler Zukunftsstiftung.



Förderzusage beschleunigt energieeffiziente Zukunft am Tiroler Bau

Fast 40% des gesamten Tiroler Endenergieverbrauchs gehen in den Raumwärme- und Warmwasserbedarf von Gebäuden. 70% dieses Bedarfs entfallen auf gewerbliche und öffentlich genutzte Gebäude, 25% auf private Haushalte. Die Einsparpotenziale durch neue Bauweisen sind hoch. "Um den wachsenden Energieverbrauch einzudämmen und Kyoto-Zielen möglichst nahe heranzukommen, ist der rasche Einsatz technischer Innovationen für Neubau und Sanierung bedingungslos voranzutreiben. Bis 2020 könnte der prognostizierte Zuwachs des Energieverbrauchs im privaten Wohnbau um mehr als 50% eingedämmt werden. Entsprechend groß ist meine Freude über die Zusage zur Errichtung des Demonstrationsprojektes. Das wird ein weiterer, wichtiger Orientierungspunkt für die Tiroler Bauwirtschaft und über die Grenzen hinaus", informiert die Tiroler Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf.

Aktivhaus Wohnanlage Kramsach - 100% Einsparung auf dem Weg zur Realität

90% Einsparung bei nur etwa 8% höheren Investitionskosten - so lautet die Rechenregel für Passivhäuser. Bei Aktivhäusern werden im Idealfall Energieüberschüsse produziert. In der Aktivhaus Wohnanlage Kramsach liegt der Heizenergiebedarf unter 15 kWh pro m² Wohnfläche im Jahr. Das entspricht einem Heizölbedarf unter 2 Liter bzw. einem Pelletsbedarf unter 4 kg pro m² Wohnfläche pro Jahr. Die neue Anlage soll zeigen, dass autarke Energieversorgung auch im gemeinnützigen Wohnbau kein Zukunftsszenario mehr ist.

"Ökologisches, hochqualitatives und dauerhaft leistbares Wohnen ist Realität", sagt Martin Partoll, Geschäftsführer der Bauträgergesellschaft „Aktiv Klimahaus GmbH“ und der „Holzbau Wegscheider Innovative Bau GmbH“. Dass wir die Wohnanlage in dieser Form errichten können, ist ein Gemeinschaftserfolg. Die Universität Innsbruck, ATB Becker, Drexel & Weiss und der Cluster Erneuerbare Energien Tirol sind beteiligt. Die Universität begleitet das Projekt auf wissenschaftlicher Ebene. Die von ATB Becker geplante Photovoltaikanlage produziert mit 263 MWh/a den gesamten Strom für Haushalt, Heizung und Komfortlüftung. So werden jährlich 230 Tonnen CO2 und ein Großteil der Betriebskosten eingespart. Eine neue Vorfertigungstechnik bei den Photovoltaik-Dachelementen bringt zusätzlich Kostenreduktion. Der Vorarlberger Betrieb Drexel & Weiss liefert die intelligente Haustechnik. Während der Cluster Erneuerbare Energien die Kooperation initiiert sowie die erfolgreichen Weichen zur Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG, der Abwicklungsstelle des Klima- und Energiefonds, gestellt hat."

In der Aktivhaus Wohnanlage Kramsach kommen eine Reihe technischer Neuheiten zum Einsatz. Eine innovative, verfeinerte Holz-Lehm-Mischbautechnik bietet dem Baukörper ausreichend Masse zum Speichern von Wärme und Feuchtigkeit - das sorgt für ein angenehmes Wohnklima. Zusätzlich hält der sehr hohe Vorfertigungsgrad der neuen Bauteile in unserem eigenen Betrieb die Kosten des Aktivhauses konkurrenzfähig. Energieautarkie erreicht die Anlage u. a. durch energieorientierte Gebäudeplanung, die integrierte Photovoltaik mit einer Gesamtfläche von rund 2.000 m² sowie Kompaktgeräte mit integrierten Wärmepumpen, die einzeln pro Wohneinheit für Heizung, Warmwasserbereitung und kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung sorgen."

Vom Passivhaus-Erfinder zum Tiroler Aktivhaus-Begleiter

Der Passivhaus-Erfinder Prof. Dr. Wolfgang Feist lehrt seit 1. März 2007 an der Universität Innsbruck. Mit seiner Arbeitsgruppe liefert er wichtige Unterstützung. "Einerseits arbeiten wir an der laufenden Optimierung der Holz-Lehmkonstruktion. Maximale Wohnqualität soll trotz Baukostensenkung erreicht werden. In einem zweiten Projekt werden wir in einer Langzeitmessung die Auswirkungen des Holz-Lehm-Mischbaus auf die Raumluftfeuchte der bewohnten Gebäude evaluieren. Das dient der Überprüfung der Modelle, wird aber auch weitere Erkenntnisse und Hinweise für künftige Entwicklungsschritte bringen", berichtet Prof. Dr. Wolfgang Feist. "Ökologische Energieversorgung bringt im Wohnbau und besonders auch im Gewerbebau wirtschaftliche Vorteile. Die Tiroler Rahmenbedingungen für die rasche Erschließung solcher Optionen sind ausgezeichnet, intensive Öffentlichkeitsarbeit bleibt wichtig", schließt Feist ab.

Netzwerktreiber auf Erfolgskurs - Cluster Erneuerbare Energien Tirol

Die Aktivhaus Wohnanlage Kramsach ist das Paradebeispiel einer erfolgreichen Innovationskooperation.

"Dank der guten Vernetzung von Betrieben und Forschungseinrichtungen im Cluster Erneuerbare Energien Tirol ist beim Klima- und Energiefonds auch dieses Jahr eine ganze Reihe innovativer und Erfolg versprechender Projekte für unseren Standort eingereicht worden. Wir rechnen mit weiteren Förderzusagen. Für die Ausschreibungsrunde 2009 ist bereits Nachschub in Sicht - die Anbahnung von sechs weiteren Kooperationsprojekten im Fachbereich fördern wir aktuell aus Mitteln unseres Initiativprogramms", informiert Dr. Harald Gohm von der Tiroler Zukunftsstiftung.

Präsentierten das Projekt und diskutierten angeregt mit den VertreterInnen der Medien - vlnr: Harald Gohm, Klaus Meyer (Cluster Erneuerbare Energien Tirol), Patrizia Zoller-Frischauf, Gernot Becker (ATB Becker), Wolfgang Feist, Martin Partoll, Hans Wegscheider



 

 

 
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